Chlorid – Reguliert den Flüssigkeitsstrom

Jeff 14. Mai 2010 1

Zusammen mit Natrium ist Chlorid unter anderem für die Flüssigkeitsverteilung und den osmotischen Druck im Organismus zuständig. Außerdem ist Chlorid Bestandteil der Magensäure. Wie das Natrium befindet sich Chlorid hauptsächlich in Flüssigkeiten außerhalb der Körperzellen, also zum Beispiel in der Blutflüssigkeit, nicht aber in den Blutzellen. Es reguliert dort den Flüssigkeitsstrom zwischen den Zellen (Osmose). Chlorid ist darüber hinaus auch wichtig zur Aufrechterhaltung des Säuren-Basen-Gleichgewichts.

Im Magen bildet Chlorid zusammen mit Wasserstoff die Magensäure (Salzsäure). Diese Säure wird in den Belegzellen des Magens produziert. Sie ist entscheidend an der Zerlegung von Nahrungseiweißen beteiligt. Chlor und Natrium sind außerdem verantwortlich für die Entstehung und Weiterleitung von Nervenimpulsen. Der Mindestedarf an Chlorid für Erwachsene wird auf etwa 830 mg pro Tag geschätzt. Auf molekularer Basis entspricht dies genau dem Natriumbedarf. Bei starkem Schwitzen steigen Natrium- und Chloridbedarf entsprechend proportional an.

Auswirkungen auf deine Ernährung

Die Hauptzufuhr von Chlor erfolgt durch die Aufnahme von Speisesalz (Kochsalz) aus industriell hergestellten Lebensmitteln und durch das Salzen im Haushalt. Rund die Hälfte unserer täglichen Aufnahme an Salz stammt aus Brot und Gebäck, rund 30 Prozent aus Fleisch- und Wurstwaren. Besonders stark kochsalzhaltig sind gepökelte und geräucherte Fleischwaren, gesalzener und geräucherter Fisch, viele Konserven und Fertiggerichte, Käse und Käsegebäck, Chips und gesalzene Nüsse. Chlorarm sind dagegen Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, ungesalzene Nüsse und Pflanzenöle. In vielen deutschen Wasserversorgungsunternehmen wird gänzlich auf eine Chlorierung des Trinkwassers verzichtet. Aber für Notfälle wird die Möglichkeit, sehr schnell eine Chlorierung durchzuführen, immer noch bereitgehalten.

In der Bundesrepublik Deutschland ist die maximal zulässige Konzentration von Chlor (und anderen Substanzen) im Trinkwasser durch die am 01.01.2003 in Kraft getretene Trinkwasser-Verordnung geregelt. In § 11 der Verordnung wird das Umweltbundesamt (www.uba.de) damit beauftragt, eine entsprechende Liste der verschiedenen Substanzen mit ihren Grenzwerten zu veröffentlichen. Nach dieser „Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren gemäß § 11 Trinkwasserverordnung“ beträgt die erlaubte maximale Konzentration von freiem Chlor im Trinkwasser 0,3 mg pro Liter. Da sich Chlor mit diversen im Trinkwasser befindlichen Substanzen, vor allem zu Trichlormethanen, verbindet, ist für diese gebundenen Chloride ebenfalls ein Grenzwert festgelegt worden. Er beträgt, am Wasserhahn des Verbrauchers gemessen, 50 µg pro Liter Wasser. Ein Chloridmangel kommt selten vor. Durch anhaltendes Erbrechen oder starken Durchfall kann es zu Verlusten von Magensäure kommen, vor allem wenn eine chloridarme Nahrung hinzukommt. Auch starkes Schwitzen kann zu einem Mangel an Chlorid führen. Chloridmangel führt zu Störungen im Säuren-Basen-Haushalt des Körpers (Alkalose), die mit flacher Atmung, Muskelkrämpfen und Herzfunktionsstörungen verbunden sein können. Die Symptome sind denen des Natriummangels ähnlich. Die Nahrung enthält in Form des Speisesalzes eine große Menge Chlorid. Auf Grund dieser und vieler anderer salzhaltiger Nahrungsmittel liegt die Chlorid-Aufnahme bei den meisten Menschen in den westlichen Industrieländern daher weit über dem Bedarf. Überschüssiges Chlorid wird im Allgemeinen durch den Urin und durch Schwitzen wieder ausgeschieden. Ein hoher Salzkonsum (Natriumchlorid) kann bei manchen Menschen allerdings zu Bluthochdruck führen oder ihn verstärken. Eine Überdosierung über das Trinkwasser ist jedoch nicht zu befürchten. Das liegt einerseits an dem geringen Grenzwert von 0,3 mg freiem Chlor pro Liter Wasser, aber vor allem daran, dass die meisten Wasserversorger das Trinkwasser generell nicht (mehr) chlorieren.

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