Cholesterin – Aufbau von Geschlechtshormonen

Jeff 15. Mai 2010 0

In Gallensteinen wurde erstmals im 18. Jahrhundert eine fettähnliche Substanz entdeckt. Man nannte sie Cholesterin (griech.: Gallenfett). Das Cholesterin hat im Körper mit dem Aufbau der Zellmembranen, der Bildung von Provitamin D3 und verschiedenen Hormonen (z.B. Geschlechtshormonen) sowie als Grundstoff bei der Bildung von Gallensäuren wichtige Aufgaben im menschlichen Körper. Dementsprechend baut der menschliche Organismus in der Leber selbst körpereigenes Cholesterin in ausreichender Menge auf (1-1,5 g/Tag). Da es auch an den Transportmechanismen im Körper beteiligt ist, erscheint es im Blut als Blutcholesterin. Dabei werden 3 unterschiedliche Cholesterinarten unterschieden: Das LDL-Cholesterin (= low density lipoprotein = Fett-Eiweißmolekül mit niedriger Dichte) wird als gefäßaggressives „böses“ Cholesterin bezeichnet, da es sich in seiner oxidierten Form in der Innenhaut von Blutgefäßen ablagern kann und somit hauptverantwortlich für die Entwicklung der Arteriosklerose ist. Das VLDL-Cholesterin (very low density lipoprotein = Fett-Eiweißmolekühl mit sehr niedriger Dichte) wird in der Leber aus Nahrungsfetten und überschüssigen Kohlenhydraten produziert, im Körper verkleinert und zum LDL-Cholesterin umgebaut. Das VLDL-Cholesterin weist einen hohen Gehalt an sog. Triglyceriden (= Neutralfette) auf. Das HDL-Cholesterin (=high density lipoprotein = Fett-Eiweißmolekül mit hoher Dichte) wird als gefäßgünstiges „gutes“ Cholesterin bezeichnet, da es das Cholesterin aus der Körperperipherie zurück zur Leber zum Abbau transportiert und dadurch dem Prozess der Gefäßverkalkung entgegenwirkt.

Der Blutcholesterinspiegel ist von der Menge des aufgenommenen Nahrungscholesterins nur zu etwa 20 % und damit weniger abhängig als meistens vermutet wird. Zunächst ist die Aufnahmekapazität des Darmes für Cholesterin begrenzt (max. etwa 1000/Tag, entspricht etwas mehr als 3 Eiern). Bei den meisten Menschen kommt es bei hoher Cholesterinzufuhr mit der Nahrung außerdem reflektorisch zu einer geringeren Eigensynthese dieser Substanz im Körper, so dass sich der Cholesterinspiegel im Blut kaum ändert. Umgekehrt steigt bei geringer Cholesterinzufuhr mit der Nahrung die Eigensynthese des Körpers entsprechend an. Dadurch lässt es sich erklären, dass bei vielen Menschen der Cholesterinspiegel trotz hoher Cholesterinzufuhr (z.B. durch reichlichen Verzehr von Eiern) relativ konstant im Normbereich bleibt, während andere aufgrund einer Fettstoffwechselstörung auch bei deutlicher Reduktion des Nahrungscholesterins immer noch erhöhte Blutcholesterinwerte aufweisen.

Bei der Bewertung des Gesundheitsrisikos bei erhöhten Blutcholesterinwerten ist allerdings nicht der Gesamtcholesteringehalt entscheidend, sondern das Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin. Dieser Wert sollte nicht über 4 liegen. Ebenso ist ein niedriger Anteil des „guten“ HDL-Cholesterin auch bei normalem Gesamtcholesterin bedenklich. Ein Absinken des HDL-Cholesterins um nur 5 % erhöht das Herzinfarktrisiko bereits um 25 %! Eine Senkung des „schlechten“ LDL-Chlesterins lässt sich mit diätetischen Maßnahmen relativ gut bewerkstelligen (reduzierter Konsum von gesättigten Fetten und Kohlenhydraten, Bevorzugung von ungesättigten Fettsäuren und Eiweißen). Eine Anhebung des „guten“ HDL-Cholesterins gelingt über die Ernährung weniger gut. Positive Auswirkungen im Sinne einer Anhebung dieses Schutzfaktors haben in erster Linie körperliche Aktivität (àFitnesstraining), Aufgabe von Rauchen und eine Gewichtsreduktion.

Zusammenfassung

Cholesterin erfüllt im Körper wichtiger Aufgaben und wird vom Organismus täglich in unterschiedlicher Menge produziert. Ein erhöhtes Nahrungsangebot führt bei den meisten Menschen zu einer geringeren körpereigenen Bildung und umgekehrt. Einen deutlich größeren Einfluss auf den Blutcholesterinspiegel hat der Verzehr von gesättigten Fettsäuren und Kohlenhydraten. Wichtiger als das Gesamtcholesterin bei der Bewertung von Blutfettwerten ist das Verhältnis von gefäßaggressivem, „bösen“ LDL-Cholesterin zu gefäßgünstigem, „guten“ HDL-Cholesterin. Es sollte möglichst unter 4 liegen, bei Herzinfarktpatienten möglichst unter 2,5.

Jetzt Kommentar schreiben »

Du musst dich registrieren um ein Kommentar abzugeben.

Get Adobe Flash player