Das am wenigsten beachtete “Vitamin K”

Jeff 14. Mai 2010 2

Unter der Bezeichnung Vitamin K werden verschieden Substanzen zusammengefasst. Davon sind aber nur zwei wirklich wichtig für den Menschen: die Vitamin K1 und K2. Das erstere ist Bestandteil vieler pflanzlicher Lebensmittel, während das zweite in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Die eigentlichen Produzenten des Vitamin K2 sind jedoch Bakterien, die im Darm ihren Wohnsitz und ihre Arbeitsstätte haben. Sie decken einen Teil des Vitamin K – Bedarfs durch ihre Produktion ab. Das fettlösliche Vitamin K erfüllt zwar wenige und relativ unspektakuläre, dafür aber lebenswichtige Aufgaben. Seine Hauptwirkung besteht darin, Eiweiße zu aktiviren, die an der Blutgerinnung beteiligt sind. Einerseits gibt es diejenigen, welche die Blutgerinnung fördern. Ohne sie würde der Mensch an der kleinsten Wunde verbluten. Andererseits gibt es auch Eiweiße, welche die Blutgerinnung hemmen, damit es nicht bei der kleinsten Gelegenheit zu Verstopfungen in den Äderchen kommt, die sehr gefährlich sein können. Um diese beiden Mechanismen im Gleichgewicht zu halten, wird Vitamin K gebraucht. Eine andere Rolle spielt das Vitamin K für die Gesundheit der Knochen. Es ist für die Herstellung von Eiweißen zuständig, die in den Knochen den Auf- und Abbau von Knochensubstanz regeln. Man vermutet dementsprechend, dass ein Zusammenhang zwischen einem Vitamin K – Mangel aus der Nahrung und Osteoporose besteht. In den meisten Fällen ist ein ernährungsbedingter Vitamin K – Mangel eher selten.

Ursächlich sind in der Regel eine Grunderkrankung oder andere äußere Einflüsse: Antibiotika: Durch Antibiotika werden nicht nur unerwünschte Bakterien, sondern auch für den Körper nützliche Bakterien geschädigt. Letztere produzieren z.B. einen guten Teil des Vitamin K. Werden die Bakterien durch Antibiotika geschädigt, kann auch kein Vitamin K mehr produziert werden. Ein Mangelzustand kann die Folge sein.

Neugeborene: Kurz nach der geburt ist der Darm des Babys noch nicht von Bakterien besiedelt. Es wird dementsprechend kein Vitamin K produziert. Da auch während der Schwangerschaft kein Vitamin K gespeichert wurde, haben Säuglinge kurz nach der Geburt einen echten Vitamin K – Mangel. Deshalb wird Babys kurz nach der Geburt Vitamin K durch Tropfen verabreicht.

Erkrankungen der Leber: Die Leber ist der Ort, an welchem das Vitamin K seine Arbeit verrichtet. Bei schweren Leberschäden kann es demzufolge nicht mehr richtig wirken. Alkoholmissbrauch: Leberschäden entstehen bekanntlich sehr häufig aufgrund zu hohem Alkoholkonsum. Die Arbeit des Vitamin K wird dadurch erschwert.

Fettaufnahmestörungen: Wie bei allen anderen fettlöslichen Vitaminen auch, können Störungen in der Fettverdauung die Aufnahme von Vitamin K vermindern. Das Fett nimmt das Vitamin K sozusagen mit, wenn es durch den Darm in den Stuhl gelangt.

Ältere Menschen: Hier kommen mehrere Faktoren zusammen. Zum einen ernähren sich ältere Menschen oft einseitig und essen deutlich weniger als jüngere; nehmen also weniger Vitamin K auf. Zum anderen werden altersbedingt oft Medikamente eingenommen, welche die Vitamin K – Verwertung stören. Kommen noch Fettverdauungsstörungen hinzu, bleibt ein Vitamin K – Mangel nicht aus.

Auswirkungen auf deine Ernährung

Vitamin K kommt vor allem in grünen Blattgemüsen (z. B. Spinat) und Kohlarten (Sauerkraut, Blumen-, Rosen-, Rot- und Grünkohl) sowie in Fleisch, Leber und Milch reichlich vor. Weiterhin ist es in Kopfsalat, Tomaten, Erbsen und Bohnen enthalten. Der Bedarf an Vitamin K ist allerdings nur schwer abzuschätzen. Im allgemeinen wird einem durchschnittlichen Erwachsenen eine Tagesdosis von ca. 70 µg (Mikrogramm) empfohlen. Dabei ist eine Überdosierung über die normale Ernährung kaum möglich, obwohl Vitamin K zu den fettlöslichen Vitaminen gehört. Erstens wird nur wenig Vitamin K tatsächlich in der Leber gespeichert, zweitens ist die Aufnahme durch den Dünndarm nicht besonders effektiv. Überdosierungen wurden nur bei Injektionen mit Vitamin K beobachtet. Und selbst dabei kann es sich auch um Überempfindlichkeitsreaktionen handeln.

Zusammenfassung

Das Vitamin K ist das letzte im Bunde der fettlöslichen Vitamine und es ist wahrscheinlich auch das am wenigsten beachtete. Das liegt wohl daran, dass je kaum Fälle von Mangelerkrankungen vorgekommen sind. Außerdem gehört das Vitamin K nicht zu jenen Vitaminen, die neuerdings in Mode gekommen sind, weil sie zum Beispiel krebsvorbeugende oder andere „populäre“ Wirkungen haben.

Sixpack Erfolg

2 Kommentare »

  1. Schulz Herbert 18. Dezember 2010 at 14:03 -

    Nachfolgend zitierte Passage ist erfreulicherweise sehr _“fortschrittlich geschrieben“ in diesem Text zu Vitamin K. Andere Teile haben „Unschärfe“ und zum Teil sachlich nicht exakte Aussagen.
    Z. B. „produziert“ Vitamin K keine Proteine (Eiweiße), sondern „aktiviert“ (= posttranslationale gamma-Carboxylierung) so genannte „Vitamin K-abhängige Proteine, damit diese – in richtiger Funktion durch eine ausreichende Menge Vitamin K (K1/K2-Formen) aktiviert – ihre normalen Wirkungen entfalten können.
    Zutreffend ist zweifellos, dass die vielfältigen Funktionen der K-Vitamine – jenseits der eingeengten Sichtweise „nur Blutgerinnung“ tatsächlich weitgehend unbeachtet und auch unterbewertet sind.

  2. Jeff 20. Dezember 2010 at 21:03 -

    Zitat:
    “produziert” Vitamin K keine Proteine (Eiweiße), sondern “aktiviert” (= posttranslationale gamma-Carboxylierung) so genannte “Vitamin K-abhängige Proteine, damit diese – in richtiger Funktion durch eine ausreichende Menge Vitamin K (K1/K2-Formen) aktiviert – ihre normalen Wirkungen entfalten können.

    Vielen Dank, ich habe es gerade ausgebessert.

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