Vitamin D – Ab ins Freie

Jeff 14. Mai 2010 0

Das Vitamin D sorgt für einen hohen Calciumspiegel im Blut. Es bewirkt, dass vom Darm mehr Calcium aus der Nahrung aufgenommen wird und über die Nieren weniger Calcium mit dem Urin verloren geht. Andererseits sorgt es auch dafür, dass Calcium aus den Knochen herausgezogen und wieder in den Blutkreislauf eingeschleust wird.

Aber warum das? Werden dadurch die Knochen nicht geschwächt? Diese vermeintlich widersprüchliche Wirkung hat zwei Gründe:

– erstens nehmen die Knochen durch einen hohen Calciumspiegel im Blut mehr Calcium auf, als sie durch die direkte Vitamin-D-Wirkung verlieren.

– zweitens ist ein bestimmter Calciumspiegel im Blut wichtig für viele andere Körperfunktionen. Ist in der Nahrung nicht genug Calcium verfügbar, müssen kurzfristig halt die Knochen herhalten (der Körper überzieht sein Konto).

Auf Dauer geht das natürlich nicht gut und führt zur Knochenerweichung. Darüber hinaus hat das Vitamin D noch eine Reihe anderer Funktionen, insbesondere beim Zellwachstum, im Immunsystem und bei der Übersetzung des genetischen Codes.   Die klassische Vitamin-D-Mangelkrankheit ist die Rachitis bei Säuglingen und Kleinkindern. Da Calcium nicht mehr in den Blutkreislauf eingeschleust wird, fehlt es überall aber insbesondere in den Knochen, die regerecht „aufweichen“. Unter dem Gewicht des Körpers verbiegen sich Wirbelsäule und Beinknochen. Die Kinder haben einen krummen Rücken, eine eingefallene Brust und O-Beine. Die Zähne werden verspätet gebildet und sind anfällig für Karies. Bei weiter sinkendem Calciumspiegel im Blut können schwere Krämpfe auftreten. Bei Erwachsenen sind die Wirkungen zwar ähnlich, aber nach Zugabe von Vitaminpräparaten wieder abheilbar. Die Knochen brauchen ja nicht mehr zu wachsen. Allerdings kann der durch Vitamin-D-Mangel verursachte Calciummangel zu Deformierungen und Brüchen der Knochen führen. Dazu kommt die Schwächung des Immunsystems, mit häufigen Infektionen, Muskelschwäche und vermutlich einem erhöhten Darm- und Brustkrebsrisiko. Ein leichter Mangel an Vitamin D äußert sich in erhöhter Reizbarkeit und Nervosität. Zu einem Mangel an Vitamin D kann es allerdings nur kommen, wenn man zu wenig Sonnenlicht abbekommt. Davon sind insbesondere Säuglinge und Kleinkinder betroffen. Bei Erwachsenen kommt es zu einem Mangel meist nur, wenn eine chronische Nierenkrankheit vorliegt, so dass Vitamin D nur in unzureichender Menge produziert wird. Dasselbe trifft auch für bestimmte Leberkrankheiten zu. Die Hauptleidtragenden sind auch hier die Knochen, die Calcium verlieren und weich werden. Menschen, die aufgrund besonderer Umstände nicht an das Tageslicht können, z.B. weil sie bettlägerig sind oder aus anderen Gründen wenig das Haus verlassen, können ebenfalls unter einem Mangel an Vitamin D leiden. Unter normalen Umständen ist ein Mangel jedoch selten.

Auswirkungen auf deine Ernährung

In den Nahrungsmitteln Mitteleuropas ist Vitamin D nicht sonderlich verbreitet, von einigen Ausnahmen abgesehen. Neben Lebertran sind das vor allem fettreiche Meeresfische. Für eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung braucht der Mensch allerdings auch weniger bestimmte Nahrungsmittel, sondern vor allem eins: Aufenthalt an der frischen Luft. Ansonsten gibt es im allgemeinen keine Probleme bei der Vitamin-D-Versorgung. Die täglich empfohlene Menge für normale Erwachsene liegt bei 5 µg (Mikrogramm). Nur Säuglinge und Kleinkinder (jeweils 20 µg) sowie Schwangere und Stillende (jeweils 10 µg) sollten mehr Vitamin D zu sich nehmen. Zu einer Überdosierung kann es dabei nur durch die unkontrollierte Gabe von Vitamin-D-Präparaten kommen. Mit der Nahrung ist es kaum möglich, übermäßig große Mengen Vitamin D zu sich zu nehmen. Die einzige Möglichkeit wäre der Lebertran. Aber wer trinkt schon gerne 20 g oder mehr davon? Um wirklich schwerwiegende Folgen einer Vitamin D-Vergiftung davonzutragen, müssen allerdings noch deutlich größere Mengen eingenommen werden. Die Auswirkungen einer Überdosierung sind zunächst Übelkeit und Erbrechen, Muskelkrämpfe und Blutdrucksteigerungen. Bei noch stärkerer Überdosierung beginnt sich Calcium an den Organen abzulagern, was zum Beispiel zu Gefäßverkalkungen und im schlimmsten Fall zu Nierenversagen führen kann – mit möglicherweise tödlichem Ausgang.

Zusammenfassung

Um ausreichend mit Vitamin D versorgt zu sein, ist der tägliche Aufenthalt im Freien das wichtigste, gerade im Herbst und Winter, wenn man am liebsten in der Stube hocken bliebe. Dann kann man auf das Vitamin D aus der Nahrung komplett verzichten. Noch wichtiger ist dies für Säuglinge. Der tägliche Spaziergang mit dem Kinderwagen sollte dementsprechend eine absolute Pflichtübung sein.

BildQuelle: Dorothea Jacob/ Pixelio.de

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