Die Atmungskette – Der letzte Schritt

Jeff 15. Mai 2010 0

Die Atmungskette stellt den 5. und letzten Schritt des aeroben Kohlenhydrat- und Fettabbaus zwecks Energiegewinnung in den Mitochondrien dar (ausgehend von der Speicherform des Traubenzuckers, dem Glykogen). Dabei wird der Wasserstoff, der im vorangegangenen Zitronensäurezyklus dem Glukose- und Fettabbauprodukt Acetyl-Coenzym A (= aktivierte Essigsäure) entzogen wurde, zusammen mit seinen Elektronen letztlich auf Sauerstoff übertragen. Man nennt deshalb die Atmungskette auch Elektronentransportkette. Der Wasserstoff wird dabei oxidiert (Elektronenabgabe!) und der Sauerstoff reduziert (Elektronenaufnahme!). Es handelt sich letztendlich also um eine enzymatische Reaktion, bei welcher die energiefreien, komplett abbaubaren Endprodukte Wasser und Kohlendioxid sowie Energie in Form von ATP (Adenosintriphosphat) entstehen. Die Endprodukte Kohlendioxid und Wasser sind für den Körper wenig belastende Endprodukte, so dass man von einem schadstoffarmen, ökonomischen Energiegewinnungsvorgang sprechen kann, der sie viel Energie, bei allerdings relativ hohem Zeitansatz, produziert.

Auswirkungen auf dein Krafttraining

Beim Krafttraining wird sehr viel Energie in sehr kurzer Zeit benötigt. Diesen hohen Energiebedarf pro Zeiteinheit kann die aerobe Energiebereitstellung nicht decken. Dieses Energiedefizit kann nur anaerob gedeckt werden, weshalb die Atmungskette als die 5. Abbaustufe des aeroben Energiegewinnungsprozess beim Krafttraining eine untergeordnete Rolle spielt. Der Vorteil der anaeroben Energiebereitstellung besteht nämlich darin, dass sie unabhängig von der Sauerstoffversorgung der Muskelzelle und ohne Zeitverlust außerhalb der Mitochondrien, sofort auf Hochtouren laufen kann. Dadurch kann trotz der geringen Gesamtenergieausbeute auf dem schnellen anaeroben Weg eine größere Energiemenge pro Zeiteinheit bereitgestellt werden als auf dem aeroben Weg.

Auswirkungen auf dein Ausdauertraining

Beim Ausdauertraining hat das Herzkreislaufsystem genügend Zeit, um über das Blut ausreichend Sauerstoff zur Deckung des muskulären Energiebedarfs in die Zielmuskulatur zu transportieren. Die Energiebereitstellung kann also aerob erfolgen, wobei die Atmungskette dabei als letzter Reaktionsschritt fungiert. In diesem Zusammenhang sollte beachtet werden, dass die aerobe Energiegewinnung aus Fetten gegenüber der aeroben Energiegewinnung aus Kohlenhydraten etwa 10 % mehr Sauerstoff benötigt. Wenn das Ausdauertraining also primär zum Fettabbau durchgeführt wird, sollte die Intensität im Gegensatz zu einem Herzkreislauftraining, bei welchem die Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit im Vordergrund steht, etwas niedriger gewählt werden.

Zusammenfassung

Der aerobe und anaerobe Energieabbauweg schließen sich gegenseitig keineswegs aus, sondern laufen immer gemeinsam ab. Je nach Zugriffgeschwindigkeit und Energiebedarf wird vom Körper die jeweilige Energiebereitstellung verstärkt oder geringer beansprucht. Beim Krafttraining dominiert eindeutig die anaerobe Energiebereitstellung, während beim Ausdauertraining die aeroben Energiegewinnungsprozesse, also u.a. auch die Atmungskette, verstärkt beansprucht werden.

Sixpack Erfolg

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