Ist Kraft gleich Masse?

Jeff 14. Februar 2013 0

Jeff

Zur Theorie

Deine Muskeln bestehen ans vielen kleinen Fasern, die sich zusammenziehen können, sobald du sie anspannst Auf diese Weise entstehen Bewegungen. Der Befehl zur Kontrak­tion wird von deinem Nervensystem an die Muskeln gesendet. Dabei gilt: Es wird nur so vielen Fasern der Befehl zum Zusammenzie­hen erteilt, wie nötig sind, den Wiederstand zu bewältigen. Ein Teil der Muskelfasern muss arbeiten, der andere Teil hat Pause. Je größer der Widerstand ist, zum Beispiel bei Stem­men einer Hantel, desto mehr Fasern werden dazugeschalten.

IN DER RESERVE

Die Fasern im Ruhezustand bleiben jedoch nicht lange inaktiv. Sie bilden eine Reserve. Denn die arbeitenden Muskelfasern ermü­den sehr schnell. Sobald sie erschöpft sind, werden sie sofort abgeschaltet und eine bis dahin ruhende Faser nimmt ihren Platz ein. Dieses „Rotationsprinzip« funktioniert per­fekt. Allerdings kannst du nicht alle deiner Muskelfasern gleichzeitig aktivieren. Untrai­nierte etwa sind lediglich in der Lage, zirka 70 Prozent ihrer Kraft zu nutzen. Die ande­ren 30 Prozent bleiben „geschützt“. Willkür­lich können sie nicht aktiviert werden. Nur in lebensbedrohlichen Situationen stehen sie dir zur Verfügung.

KRAFT AUFBAUEN

Die gute Nachricht: Durch dein Training kannst du diese Schwelle der genutzten Kraft verschieben. Spitzenathleten etwa sind in der Lage, bis zu 95 Prozent ihrer Kraft bewusst einzusetzen. Durch dein Training an den Ge­wichten erreichst du, dass mehr Muskelfasern gleichzeitig aktiviert werden einfach dadurch, dass das Nervensystem effektiver arbeitet.

DAS ZUSAMMENSPIEL

Ebenfalls deine Kraft steigern, ohne zwangs­weise Masse aufzubauen, kannst du durch ein besseres Zusammenspiel der Muskeln erreichen. Denn ob beim Krafttraining oder einem Gewaltschuss beim Fußball: Bei den meisten Kraftleistungen müssen gleich meh­rere Muskeln im Team zusammenarbeiten.

Wie gut das klappt, hat einen ganz wesentli­chen Einfluss auf die Kraft und ist wiederum von deinem Nervensystem abhängig.

Du siehst also: Deine Kraft kannst du bereits deutlich im Training steigern, ohne dabei Muskelmasse aufbauen zu müssen. Weniger Wiederholungen und schwere Gewichte ma­chen dich stärker.

MEHR EIWEISSE, MEHR KRAFT

Was ist also dran am Mythos vom aufge­pumpten Muskelprotz ohne Kraft? Selbstver­ständlich nichts! Die Muskelmasse spielt eine entscheidende Rolle für die Kraft. Baust du durch das Training Muskeln auf, werden ver­mehrt Eiweiße in deine Muskelzellen einge­baut. Spannst du deine Muskeln an, so greifen diese Eiweiße wie Haken ineinander. Je mehr es sind, desto kräftiger sind die Muskeln und dementsprechend auch deine Bewegung. Aber auch Physik kommt hier ins Spiel: Ver­größert sich die Muskelzelle, verbessern sich die Hebelkräfte und du wirst stärker.

MEIN FAZIT

Vergiss das Märchen vom schwachen Mus­kelmenschen. Muskelmasse ist die Grundla­ge deiner Kraft. Allerdings spielt dein Ner­vensystem ebenfalls eine große Rolle. Durch Krafttraining wirst du gleich beides: breit und stark. Ein abwechslungsreiches Training, bei dem du sowohl im Kraftaufbau-, im Mus­kelaufbau- sowie im Kraftausdauerbereich trainierst, garantiert gute Zuwächse bei Kraft und Masse.

 

 

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