Niemals nüchtern trainieren!

Jeff 19. August 2010 0

Die Aktivierung des Fettstoffwechsels lässt sich gemäß wissenschaftlicher Untersuchungen von der Nahrungsaufnahme beeinflussen. Hat die belastete Muskulatur nur noch wenig Glykogen (= Speicherform der Kohlenhydrate im Körper) gespeichert, dann kommt es zu einer verstärkten Lipolyse (= Aufspaltung von Fetten) und demnach zu einer Erhöhung der freien Fettsäuren im Blut. Im Hungerstoffwechsel, d. h. bei geringer Glukoseverfügbarkeit (Glukose = Einfachzucker) wird bereits nach ca. 30 Minuten aerober Belastung der Fettstoffwechsel deutlich erhöht.

Auswirkungen auf dein Krafttraining

Ein Krafttraining im Nüchternzustand sollte vermieden werden, da es sich unabhängig von der Trainingszielsetzung, also Muskelaufbau, Muskelstraffung oder Kraftaufbau, immer um ein intensives anaerobes Training handelt. Bei anaeroben Belastungen können im Grunde vom Körper nur Kohlenhydrate als Energiequelle genutzt werden. Besteht hier ein akuter Mangel an Kohlenhydraten, was beim Nüchterntraining ja ganz bewusst herbeigeführt werden soll, dann werden zunehmend die körpereigenen Proteine angegriffen, um aus diesen Kohlenhydrate neu herstellen zu können (=> Glukoneogenese). Deshalb ist es generell falsch, mit hungrig-nüchternen Magen zu trainieren, um die Muskulatur aufzubauen, zu straffen oder zu kräftigen.

 

Auswirkungen auf dein Ausdauertraining

Es ist allerdings auch beim aeroben Ausdauertraining darauf zu achten, dass beim ablaufenden Hungerstoffwechsel im Nüchternzustand ein zu intensives oder mehrstündiges Training zu vermeiden ist, da es während der Belastung zu einer vorzeitigen Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommen kann. Die Stresshormone, besonders Adrenalin, steigen hierbei deutlich an. Spätestens nach 60 Minuten Belastung sollte die erste begrenzte Kohlenhydrataufnahme (z.B. Energieriegel oder Trockenobst) erfolgen. Ein 30-40-minütiges Ausdauertraining mit geringer Intensität stellt für jeden Fitnesssportler jedoch ein hervorragendes Fettstoffwechseltraining dar.

 

Auswirkungen auf deine Ernährung

Koffein hat eine hervorragende lipolytische Wirkung, d. h. die Freisetzung von Fettsäuren wird erhöht. Die erhöhte Freisetzung steigert somit indirekt deren Abbau. Das Hungergefühl kann nach Kaffeegenuss hinausgeschoben oder verdrängt werden. Die Enzyme für einen erhöhten Umsatz der freien Fettsäuren werden aber durch den Genuss von Koffein allein nicht erhöht. Hierfür ist zusätzliches aerobes Ausdauertraining notwendig. Außerdem ist aufgrund der diuretischen (entwässernden) Wirkung des Kaffees auf eine zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme (Mineralwasser, stark verdünnte Apfelschorle) vor dem Training zu achten.

 

Zusammenfassung

Durch ein moderates, ca. 30-40-minütiges Ausdauertraining auf nüchternen Magen bzw. im Hungerzustand kann der Fettstoffwechsel positiv beeinflusst werden. Dieser Effekt kann durch den Konsum von Koffein vor dem Training noch verstärkt werden.

Sixpack Erfolg

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