Training trotz Herzrhythmusstörungen!

Jeff 30. Juli 2010 0

Herzrhythmusstörungen sind häufig. Sie können sowohl bei Gesunden vorkommen als auch Zeichen einer organischen Erkrankung sein. Von einer bradykarden (langsamen) Herzrhythmusstörung spricht man, wenn die Herzfrequenz längerfristig unter 60 Schläge pro Minute fällt. Dieses muss nicht immer durch eine Krankheit bedingt sein, da z.B. auch trainierte Sportler durchaus ständige Herzfrequenzen unter 60 Schlägen pro Minute haben können, ohne in irgendeiner Weise krank zu sein. Die Ursachen einer krankhaften Rhythmusstörung sind Schädigungen des Sinusknotens, dem natürlichen Schrittmacher des Herzens, oder des Reizleitungssystems. Organische Ursachen sind am häufigsten eine koronare Herzkrankheit, Herzklappenerkrankungen oder Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien). Auch nichtkardiale Faktoren, also Ursachen, die nicht vom Herzen ausgehen, können bradykarde Herzrhythmusstörungen auslösen. Dazu zählen z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Überdosierung rhythmusbremsender Medikamente wie Betablocker oder Digitalis. Die Behandlung bradykarder Rhythmusstörungen erfolgt über die Therapie der Grunderkrankung. Im Falle kritischer Bradykardien mit Schwindel, Herzinsuffizienz oder kurzen Ohnmachtsanfällen (Synkopen) kann ein Herzschrittmacher implantiert werden.

Auswirkungen auf dein Krafttraining

Herzrhythmusstörungen können sowohl bei Gesunden vorkommen als auch Zeichen einer organischen Erkrankung sein. Eine allgemeine Empfehlung zur Durchführung eines Krafttrainings bei Herzrhythmusstörungen kann deshalb nicht gegeben werden. So werden gesunde Sportler/innen mit „normalen“ Herzrhythmusstörungen ein uneingeschränktes Krafttraining durchführen können, während z.B. bei Herzrhythmusstörungen, die aus einer bestehenden Herzmuskelentzündung resultieren, ein Krafttraining überhaupt nicht durchgeführt werden sollte.


Auswirkungen auf dein Ausdauertraining

Die Empfehlungen für ein Ausdauertraining richten sich danach, ob es sich um harmlose oder um ernst zu nehmende, behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörungen handelt. Ist ersteres der Fall, so kann ein allgemeines Ausdauertraining in der Regel problemlos durchgeführt werden. Im zweiten Fall kann keine allg. Empfehlung ausgesprochen werden, da diese sich immer nach der entsprechenden organischen Grunderkrankung richten muss.


Auswirkungen auf deine Ernährung

Unabhängig von der Grunderkrankung wirkt sich eine Ernährung nach LOGI in jedem Fall positiv auf die Gesundheit aus. Die wichtigsten Merkmale der LOGI-Kost sind eine Reduzierung der Kohlenhydrate und ihr Ersatz durch gesunde Fette (Pflanzenöle), häufiger Verzehr von Fisch anstelle von Landtieren sowie viel Obst, Salate und Gemüse. Pflanzliche Öle (besonders Olivenöl) enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, die Fettstoffwechselstörungen vermeiden helfen. Wer Olivenöl nicht mag, kann als Quelle für ungesättigte Fettsäuren geschmacksneutrale Pflanzenöle wie Sonnenblumen-, Raps-, Soja- Distel-, Weizenkeim- und Maiskeimöl verwenden. Rapsöl und Seefisch enthalten besonders viele Omega-3-Fettsäuren, die in wissenschaftlichen Studien schon mehrfach ihre Schutzwirkung vor Herzinfarkt und anderen Arteriosklerosefolgen bewiesen haben. Salz sollte nur sparsam verwendet werden, da es den Blutdruck erhöht. Als gesunde Obergrenze gelten drei Gramm pro Tag. Der Spaß am Essen sollte dabei jedoch nicht zu kurz kommen: Zum Verfeinern von Speisen können stattdessen frische Kräuter verwendet werden. Statt Wurst und fettem, rotem Fleisch, sollten öfter Geflügel und Fisch (frischer Seefisch) auf den Tisch kommen. Ein bis zwei Gläser Rotwein täglich helfen ebenfalls, das Herz und die Gefäße gesund zu erhalten.


Zusammenfassung

Man unterscheidet langsame (bradykarde) Herzrhythmusstörungen mit weniger als 60 Herzschlägen pro Minute, von schnellen (tachykarden) Herzrhythmusstörungen mit Frequenzen über 100 Schlägen pro Minute. Fällt die Herzfrequenz und damit die Pulsfrequenz unter 60 Schläge pro Minute, liegt definitionsgemäß eine bradykarde (=langsame) Herzrhythmusstörung vor. Ist der Herzrhythmus zusätzlich noch unregelmäßig, d.h. stolpernd, spricht man von einer bradykarden Arrhythmie. Die Prognose von Herzrhythmusstörungen hängt von ihrer Art, Ursache und Schwere ab. Danach richtet sich auch die Empfehlung für ein Fitnesstraining. Bei herzgesunden Menschen haben Rhythmusstörungen keinen Krankheitswert und müssen nicht behandelt werden. Krankhafte Herzrhythmusstörungen hingegen sind nicht harmlos, da sie zum einen die Lebensqualität mindern und zum anderen die Lebenszeit verkürzen können. Mit Medikamenten (Antiarrhythmika) lassen sich viele Rhythmusstörungen gut behandeln. Ist eine medikamentöse Therapie nicht erfolgreich, kann ein Herzschrittmacher dafür sorgen, dass das Herz wieder regelmäßig schlägt. Die Einpflanzung eines Schrittmachers ist heutzutage ein häufig durchgeführter Routineeingriff, der in vielen Fällen zu einer erheblichen Lebensverlängerung führt.

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