Hämatokrit – Das Maß für die Zähigkeit des Blutes

Jeff 27. Dezember 2010 1

Die Fließeigenschaften des Blutes kommen im Hämatokrit zum Ausdruck. Dieser beschreibt das Verhältnis von festen zu flüssigen Blutbestandteilen, wobei der Hämatokrit den Anteil der zellulären / festen Blutbestandteile bezeichnet. Somit ist er ein Maß für die Zähigkeit des Blutes. Blut ist etwa viermal dickflüssiger als Wasser. Steigt der Hämatokrit, nimmt also die Zähigkeit des Blutes zu. Dabei erhöht sich der Strömungswiderstand in den Blutgefäßen, was zu einer Mehrbelastung des Herzens und zu einer geringeren Durchblutung der Organe führt. Der Normbereich des Hämatokrits liegt beim Mann bei 40-54 % und bei Frauen bei 37-47 %.

Auswirkungen auf dein Krafttraining

Da der Trainingseffekt des Krafttrainings in erster Linie auf den Bewegungsapparat abzielt, ist eine Beeinflussung Blutvolumens und somit des Hämatokrits nicht gegeben. Dieser Sachverhalt verdeutlicht allerdings die Notwendigkeit für Kraftsportler, ein begleitendes Ausdauertraining durchzuführen. Dieses wirkt sich positiv auf die Fließeigenschaften des Blutes aus, indem u.a. der Hämatokrit innerhalb des Normalbereichs etwas reduziert wird. Dadurch kann die Muskulatur besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, was die Trainingseffekte des Krafttrainings effektiv unterstützt.

 

Auswirkungen auf dein Ausdauertraining

Durch ein Ausdauertraining nehmen die wässrigen / flüssigen Blutbestandteile (= Blutplasma) gegenüber den festen Bestandteilen (= Blutzellen; vor allem rote Blutkörperchen) zu. Daraus resultiert eine durchschnittliche Hämatokritsenkung von ca. 3 %. Hierdurch erhöht sich die Wasserreserve zum Schwitzen, der Blutdruck wird reduziert und die Fließeigenschaften des Blutes werden verbessert. Bei akuter Ausdauerbelastung ohne entsprechende Flüssigkeitszufuhr kommt es im Verlauf des Trainings zu Wasserverlusten. Dadurch sinkt das Blutvolumen ab. Da die Anzahl der roten Blutkörperchen jedoch konstant bleibt, steigt der Hämatokrit an – in Extremfällen bis zu 60 %. Dadurch steigt der Widerstand und die Reibung in den Gefäßen, wodurch die Herzarbeit erhöht und der Sauerstoffaustausch in der Muskulatur schlechter wird.

 

Auswirkungen auf deine Ernährung

Im Blutplasma sind zahlreiche Eiweiße aufgelöst, die eine hohe Wasserbindungskapazität besitzen. Um diese Wasserbindungskapazität dauerhaft zu gewährleisten, ist unterstützend eine eiweißbetonte und kohlenhydratreduzierte Ernährung sinnvoll. Ideal sind täglich 2 g Eiweiß pro kg Körpergewicht. Diese Menge wird am besten auf mehrere kleine Mahlzeiten verteilt und über hochwertige Eiweißquellen wie mageres Fleisch, Fisch, Eier, Quark, Nüsse, Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen) und Eiweißkonzentrate abgedeckt.

 

Zusammenfassung

Steigt der Hämatokrit (z.B. durch Schweißverlust, exzessives Höhentraining oder Blutdoping), so wird das Blut zähflüssiger, d.h., seine innere Reibung nimmt zu, womit eine Mehrbelastung für das Herz einhergeht. Durch Ausdauertraining kommt es zu einer Zunahme des Blutvolumens, wobei die flüssigen Bestandteile zu 2/3, die festen Bestandteile zu 1/3 (Zunahme der roten Blutkörperchen) steigen. Insgesamt führt dies zu einer Verringerung des Hämatokrits, wodurch die Fließeigenschaften des Blutes positiv beeinflusst werden.

Sixpack Erfolg

Ein Kommentar »

  1. hörsport-olaf 3. Januar 2011 at 18:21 -

    Gute Fakten…
    Aber auch auf Krafttraining kann sich der Hämatokrit auswirken. Zusammen mit einem höheren Blutdruck während des Trainings wirkt er sich auf die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems aus 😉

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