Laktoseintoleranz! 75 % der erwachsenen Weltbevölkerung ist betroffen!

Jeff 3. Dezember 2010 0

Bei einem Laktasemangel wird im Dünndarm gar keine oder nur ungenügend Milchzucker spaltende Laktase gebildet. In Folge dessen kann der Milchzucker, die Laktose, nicht oder nur teilweise verdaut werden. Wenn der Verzehr von Milch oder Milchprodukten Beschwerden auslöst, spricht man von Laktoseintoleranz oder Milchzuckerunverträglichkeit. Als Folge entwickeln sich Völlegefühl, Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen und Durchfälle unmittelbar nach dem Genuss von Milch und Milchprodukten. Man schätzt, dass weltweit fast Dreiviertel der erwachsenen Bevölkerung unter einer mehr oder weniger ausgeprägten Milchzucker-Unverträglichkeit leidet, in Deutschland sind es schätzungsweise 15 bis 20%. Bei unspezifischen Magen-Darm-Beschwerden sollte deshalb immer auch an eine Laktoseintoleranz gedacht werden. Der Laktasemangel kann viele Ursachen haben. Heilen kann man ihn nicht. Die Betroffenen müssen selber herausfinden, wie viel Milchzucker sie vertragen und dementsprechend ihre Essgewohnheiten anpassen. Auch die Einnahme von künstlich hergestellter Laktase zu den Mahlzeiten ist möglich. Bei einer Laktosefreien bzw. Laktosearmen Diät ist es wichtig darauf zu achten, dass es zu keinen Mangelerscheinungen, vor allem an Kalzium, kommt.

Auswirkungen auf deine Ernährung

Eine Milchzuckerunverträglichkeit kann nicht ursächlich behandelt werden. Am sinnvollsten ist es, größtenteils oder vollständig auf Milch und Milcherzeugnisse zu verzichten. Ein gesunder Erwachsener nimmt durchschnittlich täglich etwa 20 – 30 g Laktose auf, überwiegend durch Milch und Milchprodukte. Bei einer Laktosefreien Diät müssen z.B. Vollmilch, Kondensmilch, Buttermilch, Trockenmilchpulver und Schlagsahne ganz aus dem Speiseplan gestrichen werden. Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Quark, Schokolade, Milcheis, Pudding und Cremespeisen sollten Laktoseintolerante ebenfalls meiden. Bei einer Laktosearmen Diät darf man Milchprodukte noch in geringen Mengen verzehren, je nachdem wie viel man verträgt, ohne Beschwerden zu bekommen. Milchzucker findet sich außerdem in Butter, verschiedenen Teigwaren wie Milchbrötchen und Gebäck sowie in Kuchen und Torten. Was viele nicht wissen ist, dass Laktose auch in einigen Wurstwaren, Fertiggerichten, Salatdressings und Süßstoffen enthalten ist. Häufig wird Laktose auch als Bindemittel Medikamenten zugesetzt, sodass es sich empfiehlt, vor der Einnahme von Arzneimitteln gründlich den Beipackzettel zu lesen. Im Rahmen einer Laktosefreien Diät muss allerdings berücksichtigt werden, dass Milch und Milchprodukte viel Kalzium enthalten, welches für die Knochen sehr wichtig ist. Kalziummangel kann zu Osteoporose (Knochenschwund) führen. Deshalb muss man bei einer Laktosefreien Diät aufpassen, keinen Kalziummangel zu bekommen und dementsprechend Kalzium aus anderen Lebensmitteln beziehen. Kalziumreiche Lebensmittel sind u.a. Sojamilch, Sojaquark (Tofu), Kokosmilch, Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl und Tomaten. Kalziumreiche Mineralwässer (mindestens 150 mg Kalzium/l) und kalziumangereicherte Fruchtsäfte sind eine weitere Möglichkeit. Oft empfiehlt es sich, zusätzlich Kalzium-Brausetabletten oder -Pulver als Nahrungsergänzung einzunehmen. Eine weitere Möglichkeit stellt die Verwendung von Laktasepräparaten dar. Es gibt mehrere Präparate, die das Enzym Laktase enthalten. Man nimmt sie unmittelbar bevor man etwas Milchhaltiges isst. Man kann sie rezeptfrei in Apotheken, teilweise auch in Reformhäusern oder z.B. auch über den Versandhandel im Internet beziehen. Wie viele Tabletten man nehmen muss, ist je nach Laktosegehalt der Mahlzeit und Schwere des Laktasemangels sehr unterschiedlich. Jeder Einzelne muss dies für sich selbst herausfinden und austesten. In Reformhäusern, zunehmend auch in Supermärkten, gibt es seit einiger Zeit auch Laktosefreie Milch und Milchprodukte sowie mit Laktase angereicherte Milch und Milcherzeugnisse.

 

Zusammenfassung

75 % der erwachsenen Weltbevölkerung ist betroffen! Die Beschwerden können sehr quälend sein, die Laktoseintoleranz selbst ist aber nicht lebensbedrohlich. Bei einer konsequenten Diät sind die Lebensqualität und die Lebenserwartung genau so hoch wie bei Menschen, die Milchprodukte vertragen. Abgesehen von den Beschwerden ist es grundsätzlich sinnvoll, auf Laktose zu verzichten bzw. ggf. Laktasepräparate einzunehmen. Denn wenn man trotz Unverträglichkeit weiterhin Laktose zu sich nimmt, kann sie auf Dauer die Darmschleimhaut reizen und schädigen. Dies kann zu Entzündungen sowie zu einer gestörten Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen führen. Wer seinen Proteinshake nicht mit Wasser trinken möchte greift am besten zu laktosefreier Milch! Diese ist in jedem größeren Supermarkt erhältlich!

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