Muskuläre Dysbalanc – Was tun?

Jeff 9. September 2010 0

Unter muskulären Dysbalancen versteht man verstärkte Muskelverkürzungen und / oder Abschwächungen, die ein so genanntes arthromuskuläres (arthron = Gelenk) Ungleichgewicht bewirken, welches eine ungünstige Belastungsverteilung auf die Gelenkstrukturen nach sich zieht. Damit also ein Gelenk optimal funktionieren kann, müssen die auf ein Gelenk wirkenden Muskeln in einem gut abgestimmten Kraft- und Dehnungsverhältnis zueinander stehen. Stehen starken Muskelabschwächungen auf der einen Seite deutliche Muskelverkürzungen auf der anderen Seite gegenüber, werden das Gelenk, die Wirbelsäule oder das Becken aus der Balance gezogen, und man spricht von einer muskulären Dysbalance. Als Folgen können Fehlbelastungen, schmerzhafte Muskelverspannungen mit erhöhter Verletzungsgefahr (Zerrungen, Muskelfaserrisse), Überlastungen der Sehnen, muskuläre Funktions- und Koordinationsstörungen sowie eine vorzeitige Abnutzung des Gelenkknorpels auftreten. Muskuläre Dysbalancen können somit einerseits die Belastbarkeit des Bewegungsapparates herabsetzen und andererseits die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Als Ursachen für das Auftreten muskulärer Dysbalancen gelten u.a. eine mangelnde oder fehlende körperliche Beanspruchung, einseitige Belastungen im Alltag oder beim Sport, Fehl- und Überbelastungen sowie eine unzureichende Regeneration, unfunktionelle Bewegungsausführungen und Verletzungen bzw. Beschwerden am Bewegungsapparat.

Auswirkungen auf dein Krafttraining

Zur Behebung einer muskulären Dysbalance sollte die abgeschwächte Muskulatur gezielt gekräftigt, die verkürzte gedehnt werden. Neue wissenschaftliche Studien deuten dabei an, dass der Aspekt der Kräftigung in diesem Zusammenhang deutlich wichtiger ist als der der Dehnung. Typische Beispiele für eine muskuläre Dysbalance, die durch gezieltes Krafttraining behoben werden kann, sind der Rundrücken bzw. der Hohlrücken (das verstärkte Hohlkreuz). Der Rundrücken ist gekennzeichnet durch eine verkürzte Brustmuskulatur (Dehnung) und eine abgeschwächte obere Rückenmuskulatur (Kräftigung). Beim Hohlrücken liegt eine Hyperlordosierung (verstärktes Hohlkreuz) der Lendenwirbelsäule vor, die in der Regel mit einer Verkürzung der Hüftbeugemuskulatur (Dehnung) und des unteren Anteils des Rückenstreckers im Lendenwirbelsäulenbereich verbunden ist (Dehnung und Kräftigung, da die Muskulatur häufig auch geringes Kraftniveau aufweist. Darüber hinaus geht der Hohlrücken vielfach mit einer Abschwächung der Bauch- und Gesäßmuskulatur sowie der Oberschenkelrückseite (Kräftigung) einher.


Auswirkungen auf dein Ausdauertraining

Auch bei Beschwerden im Kniegelenk bei Ausdauersportlern, z.B. Chondropathia patellae (degenerative Knorpelveränderungen mit Schmerzen hinter der Kniescheibe) oder Patellasehnenspitzensyndrom (Entzündung der Patellasehne im Ansatzbereich am Schienbein), werden oftmals muskuläre Dysbalancen als Hauptursache ausgemacht. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit für Ausdauersportler, begleitend ein Krafttraining durchzuführen, um aus dem Ausdauertraining resultierende einseitige Muskelbelastungen entsprechend auszugleichen bzw. zu kompensieren.


Zusammenfassung

Muskuläre Dysbalancen sind ein Ungleichgewicht der Muskulatur, die ein Gelenk, das Becken oder die Wirbelsäule stabilisiert. Dieses Ungleichgewicht kommt zustande, wenn sich starke Muskelabschwächungen auf der einen Seite und deutliche Muskelverkürzungen auf der anderen Seite gegenüberstehen. Dem kann in erster Linie durch eine gezielte Kräftigung der abgeschwächten Muskulatur im Rahmen eines entsprechenden Krafttrainings entgegengewirkt werden. Weiterhin ist auch ein Dehnung der „verkürzten“ Muskulatur empfehlenswert.

Sixpack Erfolg

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